Wir ehren Ruth Werner

Die berühmte Schriftstellerin wäre am 15.Mai 2007 100 Jahre alt geworden. Seit einem Jahr existiert eine Bewegung, anlässlich des Jubiläums eine Straße in Treptow, wo sie Jahrzehnte bis ins hohe Alter gelebt hatte, nach ihr zu benennen. Als schließlich die Linkspartei einen entsprechenden Antrag zur Benennung des Uferweges am Plänterwald in die BVV einbrachte, stieß der Antrag auf energischen Widerstand. Nach einer wenig sachdienlichen Debatte im entsprechenden Ausschuss schrieb das Bürgerkomitee Plänterwald zum Tag des Plänterwaldes einen offenen Brief an die Verordneten der BVV. Er blieb ungehört. Am 26.April folgte die BVV der ablehnenden Haltung des Ausschusses.
Wir finden uns mit dieser Entscheidung nicht ab und werden das Andenken an Ruth Werner bewahren. Das zeigte unsere Veranstaltung am 15.Mai. Nur wenige Zeitungen waren bereit, unsere Einladung zu verbreiten. dennoch kamen über 150 Teilnehmer an das Spreeufer.




Hier ein Kurzbericht zum Geburtstagsspaziergang:
Am 15. Mai, dem 100. Geburtstag der Schriftstellerin Ruth Werner, strömten gegen 11 Uhr trotz Regenwetters viele Berliner - vor allem Bürger aus Plänterwald und Baumschulenweg – zum Uferweg in der Baumschulenstraße. Eingeladen hatte das Bürgerkomitee Plänterwald, Bund der Antifaschisten Treptow e.V., VVN-BDA Köpenick e.V. und Einzelpersonen, darunter Jutta Matuschek (MdA-Linkspartei.PDS), die seit einem Jahr an der Spitze der Bewegung zur bleibenden Erinnerung an die verdienstvolle Frau im öffentlichen Raum steht und die Umbenennung des Uferweges in „Ruth-Werner-Promenade“ vertritt. Dieser Meinung haben sich hunderte Bürger angeschlossen. Am 15. Mai erhielten die Redner Beifall, die die Normalität eines solchen Vorganges in einem demokratischen Gemeinwesen vertraten und erklärten, wie wichtig es noch immer ist, sich der Deutschen zu erinnern, die sich in der Zeit der Nazi-Barbarei nicht in Lügen und Mittäterschaft verstrickten, sondern unter Einsatz ihres Lebens in finsterer Zeit ein besseres Deutschland verkörperten. So wurde die symbolische Namensverleihung ein Akt der Enttäuschung und Empörung über die Ablehnung des entsprechenden Antrages der Linksfraktion in der BVV Treptow/Köpenick. Die etwa 150 Gäste der Veranstaltung machten sich zusammen mit Angehörigen der Familie Ruth Werners auf den Weg zu einem Geburtstags-spaziergang auf dem Uferweg, unserer „Ruth-Werner –Promenade“. Ruth Werner wurde mit roten Rosen an provisorischen Straßenschildern geehrt. Unterwegs hielten wir an. Der Sohn, Peter Buerton, erzählte über seine Mutter und deren erste Berührung mit Baumschulenweg genau am Uferweg vor vielen Jahrzehnten. Peter Thuge (Verordneter der BVV für die Grauen) sprach von einem Erlebnis, dass ihn als Westberliner lange vor der Wende mit Ruth Werner bekannt gemacht hatte, Jutta Matuschek las ein kurzes Stück aus einer Erzählung der Schriftstellerin. Die Teilnehmer empfanden Genugtuung, dass sie stellvertretend für die zögernde Politik, dieses Jubiläum in einer Ruth Werner angemessenen Form in das öffentliche Bewusstsein gerückt haben.
Dr. Manfred Mocker
Bürgerkomitee Plänterwald

Hier ein Bildbericht.














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