Aktionen 2006

5. Was brachte 2005?

"Hallo liebe Freundinnen und Freunde des Plänterwaldes, Euch allen ein gutes Jahr 2006...!"

Was hat das vergangene Jahr 2005 für den Plänterwald gebracht? Zunächst etwas Gutes- denn die hochtrabenden Pläne des Unternehmens TIVOLI sind geplatzt. TIVOLI fand keine Geldgeber, die das überzogene und riskante Projekt finanzieren wollten und zog sich aus diesem Engagement zurück. Dem Wald wird das Baugeschehen zum Bau eines neuen städtischen Gebietes mitten in der verbliebenen Natur nicht fehlen.
Nicht so die Verantwortlichen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, im Liegenschaftsfonds und im Bezirksamt Treptow-Köpenick. Denn alle halten an den seit zwei Jahren entstandenen Vorhaben fest, ohne Rücksicht auf den Landschaftsschutz und den Einfluss auf das Stadtklima, den Nordteil des Plänterwaldes der Vergnügungsindustrie praktisch zu opfern.
Die Straßenverbreiterung des Dammweges und seine Umgestaltung zur mehrspurigen Stadtstraße, der Bau eines Parkhauses mitten im Wald, die großzügige Schaffung von Parkflächen um das Eierhäuschen mit weiterer Waldvernichtung und die intensive Bebauung des gesamten Spreeparkgeländes, das nach dem Willen des Senates auch noch im neuen FNP nahezu verdoppelt werden soll, bezeugen den Realitätsverlust von Politikern, besonders der, die den Umweltschutz in ihrem Ressort eigentlich vertreten sollten.
Statt nachzudenken und innezuhalten, hat die Senatorin Frau Junge-Reiher nach der TIVOLI-Pleite die genannte Änderung des FNP in den Senat eingebracht und am 01.11.2005 beschließen lassen. Im Erläuterungstext erfolgt kein Verweis auf den Umfang der Bürgerbeteiligung (Es waren Hunderte von Beteiligten). Bei der sogenannten Abwägung wird nicht ein einziger Hinweis berücksichtigt. Die FNP-Änderung wird im gleichen Wortlaut beschlossen wie der vielkritisierte Entwurf. ( Alles war nachzulesen unter Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltschutz: Dort fanden Sie das Angebot der Ausschuss-Datenbank (ADOS). Dann den Vorgang 0393 "Vorlage - zur Beschlussfassung - Änderungen des Berliner Flächennutzungsplans (FNP) vom 24.11.05 ( Datei: su15-0393-v.pdf [ 4.036,0 KB ]) aufrufen. Wie es jetzt (2008) geht, wissen wir auch nicht genau!)
Doch es gibt auch andere Stimmen in der Berliner Politik. Am weitesten geht die Fraktion der Bündnisgrünen, die angesichts des Versagens der Verantwortlichen die einzige vernünftige Lösung darin sieht, als neuen "Investor" für den Spreepark die Natur einzusetzen, also zur RENATURIERUNG des Geländes überzugehen. (Vorgang: 0387 im selben Ausschuss; Datei: su15-0387-v.pdf [ 131,0 KB ] Sie können die Datei hier downloaden!)
Ebenso erfreulich ist der Antrag der Fraktion der SPD und der Fraktion der Linkspartei.PDS zur Rettung des denkmalgeschützten Eierhäuschens: "Der Senat wird aufgefordert, in Kooperation mit dem Liegenschaftsfonds und dem Insolvenzverwalter der ehemaligen Spreepark GmbH das denkmalgeschützte Eierhäuschen schnellstmöglich aus dem Erbpachtvertrag des Spreeparks herauszulösen und somit einer Sanierung und öffentlichen Nutzung zuzuführen." (Vorgang 0392 im selben Ausschuss; Datei: su15-0392-v.pdf [ 107,0 KB ] Sie können die Datei hier downloaden!)
Das letzte Wort über die geplante Belastung des Landschaftsschutzgebietes Plänterwald ist noch nicht gesprochen und die Politiker sollen wissen, dass wir auch 2006 aufmerksam und ideenreich solche natürlichen Interessen Berlins, wie die Erhaltung und Schaffung einer intakten Umwelt verteidigen werden.