Aktionen 2004

4. Tag des Plänterwald am 13. Juni 2004

Auch in diesem Jahr folgten wir unserer Tradition und luden ein zum "Tag des Plänterwaldes"(Einladung der Bürger).

So ereignisreich wie diesmal verlief dieser Tag noch nie. Er wird Hunderten Gästen und Spaziergängern, die zufällig vorbeikamen, in guter Erinnerung bleiben. Das Berliner Abendblatt für Treptow veröffentlichte unseren Bericht am 23. Juni mit dem Titel "Fast wie anno 1892 im Plänterwald"
Hier unser Bericht:

Ein wundervoller „Tag im Plänterwald“!
Von Politikern weitgehend ignoriert, die am 13.Juni 2004, dem Europawahlsonntag, Sieg und Niederlage entgegenfieberten und dazu keine Nähe zu den Menschen suchten, fand auch der diesjährige "Tag des Plänterwaldes" reges Interesse bei den Treptower Bürgern und hunderten Waldbesuchern aus ganz Berlin. Staunend nahmen diese am Nachmittag zur Kenntnis, wie der Bereich um das von den Behörden dem Verfall überlassene Eierhäuschen in einen gastlichen Ort verwandelt werden kann. Ein Ort, der zum Verweilen nicht nur Kinder begeisterte und der Eltern zum Nachdenken brachte, warum wir uns die Zerstörung lebenswerter Räume so lange Zeit tatenlos gefallen lassen.

Unser Motto war auch diesmal das "Ja zum Plänterwald“, ein "Ja", das die uneingeschränkte Beibehaltung des Landschaftsschutzes für den Wald, die Forderung "Keine Autos in den Plänterwald", die Erhaltung des denkmalgeschützten Eierhäuschen und dessen Betrieb als Ausflugsgaststätte einschließt und für einen möglichen Freizeitpark die strikte Unterordnung unter die Erfordernisse des Landschaftsschutzes des umgebenden Areals verlangt.

Bereits früh um zehn trafen sich 30 unentwegte Waldfreunde, um gemeinsam mit unserem Förster, dem Revierförster Herrn Bartsch und mit Frau Protze vom Umweltamt die natürlichen Gegebenheiten unseres Waldes genauer kennenzulernen und zu erfahren, mit welcher weitsichtigen Pflegearbeit der Forst anstrebt, aus unserem Plänterwald im Laufe kommender Jahrzehnte wirklich einen "Plänterwald" zu gestalten. Auch einige Regentropfen konnten uns nicht davon abhalten, im Anschluss an den Rundgang mit einem einstündigen Arbeitseinsatz zur Beseitigung von unerwünschtem Spitzahornaufwuchs zu zeigen, dass wir auch bereit sind, selber Hand anzulegen für unseren Wald. In der Waldschule erwartete alle ein kräftiger Imbiss, den fleißige Hände mit der Hilfe der Leiterin, Frau Fabian, erstellt hatten.

Schüler, Kinder und Erwachsene nutzten bis in den späten Nachmittag die Gelegenheit, sich in der Waldschule im Plänterwald über Wild- bzw. Honigbienen zu informieren und den anwesenden Imker zu befragen. Es war eine Freude zu sehen, mit welchem Interesse das Anschauungsmaterial umlagert war.

Mit Kind und Kegel pendelten die Besucher zwischen der Waldschule und dem„Alten Eierhäuschen“, wo ebenfalls bis in den späten Nachmittag der Verein Theater und Kultur in Denkmälern (TuKiD) Künstler mit Liedern, Tänzen und Szenen der Jahrhundertwende präsentierte. Spaziergänger verweilten am Wegrand und auf den bereitgestellten Bänken, um der künstlerischen Illusion eines „historischen Sommersonntags 1892 am Eierhäuschen“ zu folgen. Da wurde geschmunzelt und mitgesungen und immer wieder heftiger Beifall gespendet. Eine Tanzgruppe aus Jessen begeisterte mit Altberliner Tänzen. Die Möglichkeit, am Imbiss-Wagen preiswert Speisen und Getränke zu erstehen, gaukelte bei den zahlreichen Besuchern die stimmungsvolle Vorstellung hervor, dass das Ausflugslokal Eierhäuschen bereits wieder in Betrieb sei, und so tönte es immer wieder „..ach wenn’s doch endlich wieder offen wäre“.

So war auch der Informationsstand des F.U.N. – ebenfalls am Eierhaus – stundenlang dicht umlagert. Bezirkspolitiker von PDS und Bündnisgrünen und Lisa Paus (MdA, Bündnis90/die Grünen) konnten sich an Ort und Stelle überzeugen, wie besorgt und wie engagiert die eigentlichen Nutzer dieses Waldes nach den Plänen von Senats-und Bezirksbehörden fragen, die an den Bedürfnissen der Bürger vorbei Pläne realisieren wollen, die unserer Wald-und Erholungslandschaft nachhaltigen Schaden zufügen werden. Leider war niemand anwesend, der die völlig unbegründete Änderung des Flächennutzungsplans zwecks Vergrößerung der Sonderbaufläche Spreepark hätte erklären wollen oder können. Hier im Grünen übten viele Bürger ihr Recht aus, sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung gegen diesen Unfug auszusprechen. Besonders die geplante Einbeziehung des im Landschaftsschutzgebiet liegenden Eierhauses in die Sonderbaufläche und damit in die Verfügungsgewalt eines Rummelinvestors stieß auf vehemente Ablehnung. Wie lange noch, werden Liegenschaftsfonds, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Bezirksamt Treptow/Köpenick die Forderungen der Bürgerbewegung "Pro Plänterwald" überhören und unbeeindruckt weiter ihre Pläne gegen Landschaftsschutz und Bürgerwillen verfolgen. Diese Frage war der bittere Nachgeschmack nach einem gelungenen "Tag des Plänterwaldes".
Bericht der Bürgerbewegung „Pro Plänterwald“















5. Organisation der Bürgerbeteiligung zur Flächennutzungsplan-Änderung
6. Septemberflyer 2004